Tag 3 – Farmen auf dem Trockenen

Tag 3 – Farmen auf dem Trockenen

Während man in Emerald Hill auf Selbstversorgung setzt und Tomaten in Gewächshäusern anbaut, wird Simbabwe von der schlimmsten Dürre seit über 30 Jahren heimgesucht. Es droht eine Hungersnot.

Wer in Simbabwe in den Supermarkt geht, dürfte sich wenigstens in Bezug auf die Preise sofort zuhause fühlen: Sie sind denen in Deutschland sehr ähnlich, und das trotz der viel niedrigeren Gehälter. Die Versorgung von 90 hungrigen Kindern im Emerald Hill Children’s Home ist also eine ebenso große wie stete Herausforderung.

Ein Teil der Lebensmittel wird gespendet, so kommt das Brot etwa kostenlos von einer lokalen Bäckerei. Um die Menge an Lebensmitteln zu reduzieren, die zugekauft werden müssen, baut das Heim schon lange im eigenen Garten Covo, eine Art Kohl aus Simbabwe, Kürbis, Papaya, Avocado, und Mango an. Zudem gibt es nun ein neues Projekt: Den Anbau von Tomaten im Gewächshaus.

Timothee, Gärtner im Emerald Hill Children’s Home, erklärt uns den Anbau im Gewächshaus

„Wenn es gut läuft“, erklärt uns Timothee, Gärtner und verantwortlich für die Gewächshäuser zu Füßen des Kinderheims, „können wir nicht nur den Eigenbedarf decken, sondern auch Tomaten verkaufen.“ Das würde eine zusätzliche Einnahmequelle bieten. Noch aber steht das Projekt am Anfang: Zwei Gewächshäuser stehen bereits, und die ersten Pflanzen gedeihen gut. Die Tröpfchenbewässerung funktioniert über den hauseigenen Brunnen. „Hoffentlich“, sagt Timothee, „funktioniert das auch noch eine Weile.“

Der Grund für seine Zweifel liegt in den ausbleibenden Regenfällen. Simbabwe erlebt die schlimmste Dürre seit über 30 Jahren. Insbesondere der Anbau von Mais leidet, der als Sadza, einer Art grober Polenta, Hauptbestandteil jeder Mahlzeit ist. Es könnte, wenn nicht bald Regen fällt, zu einem erheblichen Anstieg der Preise für Mais und damit zu einer Hungersnot kommen.

Leidet besonders unter der Dürre: der Maisanbau

Um zu sehen, wie dramatisch die Lage ist, reicht es, im Auto durch Simbabwe zu fahren. Die Maisfelder, die sonst in kräftigem Grün den Weg säumen, sehen aktuell trocken und vergilbt aus. Sehr bald schon, schreibt uns eine Schwester der Dominikanerinnen, könnte es sein, dass sich die Krankenhäuser wieder mit mangelernährten Kindern füllen.

Eines der Krankenhäuser, das diese Kinder im Fall der Fälle versorgen würde, ist das St. Joseph’s Mission Hospital der Dominikanerinnen in Mutare im Osten Simbabwes. Dort absolviert aktuell Corona Widmayer, Medizinstudentin aus Magdeburg, ein Praktikum im Rahmen ihres Medizinstudiums. Mit ihr und der Leitung des Krankenhauses, Sr. Albertina, haben wir ausführlich über die Lage vor Ort gesprochen. Davon berichten wir Ihnen morgen.

Bis dahin, bleiben Sie uns verbunden!

Ihr

Simba-AK

Alle Bilder stammen, wie immer auf dieser Reise, von Firmin Forster.

Comments are closed